| Aus unserer Vereins-Geschichte Die eigentliche Geschichte der Heimatbühne Kiefersfelden beginnt im Jahr 1950. Da taten sich ein paar Gleichgesinnte zusammen, übten das Stück "Der lachende Erbe" ein und traten vor ein Publikum. Das Theaterspielen mußte ihnen wohl große Freude gemacht haben, denn es blieb nicht bei der einen Aufführung. Anfangs spielte man oft auch auswärts, in Großkarolinenfeld oder gar in Feilnbach und Achenmühle, in Kiefersfelden war der Bergwirtsaal das Spielhaus. IIn unserer Chronik kann man die Einträge ab Beginn des Spiels verfolgen. Dabei kommen teilweise recht interessante Beiträge wieder zutage, z.B.: "... konnte wegen ungenügendem Besuch nicht gespielt werden, wobei aber ziemliche Ausgaben entstanden..." oder "...der Erfolg beider Stücke war überwältigend, denn die Eintrittskarten waren meistens am Dienstag bereits verkauft und die restlichen Stühle, die an der Abendkasse noch zu vergeben waren, wurden ausgerauft..." - es ging also durch Berg und Tal der Entstehungsgeschichte, doch die Theaterer ließen sich nicht entmutigen und brachten 2 oder gar 3 Stücke in einem Jahr auf die Bühne. Weihnachten 1956 wurde zum Beispiel "Das Schönauer Krippenspiel" aufgeführt, bei dem auch viele Kinder mitwirken durften. Dazu die Chronik: ...der Reinerlös dieses Spieles wurde der Kirche zu Gunsten des elektrischen Geläutes gegeben, wobei sich H. H. Pfarrer Krempelsetzer lobend über uns äußerte..." Alle Kulissen wurden und werden nach wie vor von den Theaterern selbst gefertigt - in mühevoller Arbeit zusammengebaut und bemalt. Auch ein Podium braucht man zum Spielen, um dem Besucher das Zuschauen zu erleichtern. Dazu weiß die Chronik zu berichten: "...Das Podium war immer schon eine heikle Angelegenheit. Oft mußten zuerst die Bretter zurecht gesägt werden, um überhaupt anfangen zu können. Und wenn es dann hieß Alle Mann auf die Bretter' um die Belastungsfähigkeit zu prüfen, dann war es manchmal so, daß wir alle durchbrachen, und das Theater konnte wieder von vorne beginnen..." (1957) 1957 wechselte man in den Kino-Saal des Mesnerwirts, der auch das neue Vereins-Lokal wurde. Außer den Theateraufführung fanden dort jetzt auch die Versammlungen und Weihnachtsfeiern statt. Nicht nur Lustspiele und Komödien standen auf dem Spielplan der Heimatbühne Kiefersfelden. Man wiederholte in den 60er Jahren zum Beispiel das Schauspiel von 1953 "Das Wegkreuz", welches das Schicksal eines blinden Kriegsheimkehrers zum Inhalt hatte. Dazu die Chronik: "... verfehlte auch nicht seine Wirkung, denn bereits während des 1. Aktes flossen Tränen und das Geräusch von Taschentüchern wurde immer wieder vernehmbar..." Freilich ging auch nicht immer der Text so reibungslos über die Bühne, wie manch einer es gerne gehabt hätte. Ein typischer Versprecher zum Beispiel: "... und der Mond scheint auf de zwoa braven Leut unterm Bankerl aufm Birnbaum". Das 10jährige Bestehen der Heimatbühne Kiefersfelden wurde mit einer Jubiläumsvorstellung und dem selbstverfassten Lustspiel von dem damaligen Spielleiter Erhard Grill "Die Gmoaratssitzung in Haschbing" gefeiert. In diesem Sommer spielte man für das Publikum gleich drei verschiedene Stücke im Wechsel. 1965 stand die Heimatbühne plötzlich vor einem riesigen Problem: Der Mesnerwirts-Kino-Saal stand ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Man wußte nicht mehr weiter. Sollte nach 15 Jahren das Aus drohen? Die Theaterer erinnerten sich an die Worte des damaligen Bürgermeisters Larcher, der bei der letzten Weihnachtsfeier jede Unterstützung versprochen hatte. Die Heimatbühne erhielt die Genehmigung, in der Turnhalle zu spielen. Damit begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Heimatbühne Kiefersfelden. Um altes Brauchtum zu pflegen, war die Heimatbühne 1969 erstmals am Nikolaustag unterwegs, um als St. Nikolaus und Knecht Ruprecht die Kieferer Familien zu besuchen. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten, und jedes Jahr besuchen wir am 5. Dezember ca. 100 Familien. Im Jahr 1970 wurde die Heimatbühne mit dem Stück Bis die Uhr zwölfe schlägt Preisträger im Laienspielwettbewerb des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk. Unser Verein konnte einen Förderpreis von 500,- DM entgegennehmen. Zum 20jährigen Jubiläum schenkte sich der Theaterverein selbst ein neues Bühnenbild: nach den Entwürfen des Spielleiters Erhard Grill kunstvoll gemalt von Constantin Hahn, wie in der Chronik nachzulesen ist. Bei der Jubiläumsvorstellung hielt auch der damalige Bürgermeister Larcher nach dem 1. Akt eine anerkennende Rede und ehrte die beiden Gründungsmitglieder Grill und Hüttl. Im Anschluß an das Stück wurde mit der ganzen Gesellschaft und auch ehemaligen Spielern im Baumerhäusl zu den Klängen der Kapelle Lederer Brotzeit gemacht und Erinnerungen ausgetauscht. Ab den 70er Jahren hielt die Heimatbühne Kiefersfelden ihre Monatsversammlungen im Baumerhäusl ab, welches von da an Vereinslokal war, und wo man auch diverse Faschingsbälle und Abschlußfeiern organisierte. Zur 25-Jahr-Feier wurde wieder einiges angeschafft, neue Kulissen, neue Paneele, elektrische Anlagen, Scheinwerfer, das leidige Podium und auch eine Festschrift erstellte man in diesem Jahr. Neue Fenster wurden gebaut, und die alten Kulissen den neuen im Stil angepaßt. Viele Theaterstücke wurden seither auf die Bühne gebracht, vieles ist passiert, einiges hat sich verändert, doch die ganze Chronik zu veröffentlichen, würde hier zu weit führen. Mit Freude erinnern wir uns all der Höhepunkte unserer Entstehungsgeschichte, nachdenklich betrachten wir die tragischen Ereignisse, die das Leben uns wie allen anderen aufgetischt hat. Und wir sind stolz darauf, daß der Verein es über 50 Jahre lang geschafft hat, sich zu erhalten. Die Heimatbühne Kiefersfelden ist Mitglied beim Verband Bayerischer Amateurtheater e.V., und damals wie heute wurden und werden immer wieder Theaterer auf Lehrgänge geschickt, um neue Techniken zu erlernen, z. B. Schminken (unter anderem Glatzen schminken und Bärte anfertigen), Regie, Bühnenmalerei, Pyrotechnik, Sprache, Dramatik, Phantomime, Souffleurtätigkeit, Öffentlichkeitsarbeit, Steuerrecht und vieles andere mehr. Wir sind auch in der glücklichen Lage, selbst Kurse des Verbandes in Kiefersfelden ausrichten zu können, und hin und wieder einige Theater-Gleichgesinnte bei uns begrüßen zu dürfen. |